Rostrot - Lesung Ruth Cerha

Veränderungen bereiten sich im Verborgenen vor, sie sind ein langsamer aber stetig voran¬schreitender Prozess, dessen Auswirkungen oft erst durch zufällige Ereignisse sichtbar werden.

Jenen Punkt aufzuspüren, an dem diese Veränderung möglich oder notwendig werden, an dem sich das gewohnte Bild wie plötzlich verschiebt, steht im Mittelpunkt der im Erzählband „Der Gesang der Räder in den Schienen“ niedergeschriebenen Geschichten.

Auch die am 20. Februar 2010 im Cafe Raimann (1120; Schönbrunner Straße 285) vorgetragene Erzählung ROSTROT handelt vom Fortgehen, Ankommen, Zurückkehren und vom Zustand des Dazwischen: vom Reisen als reale und unmittelbare Erfahrung, dass man immer in Bewegung ist, auch wenn man keine im Voraus klar definierte Strecke zurücklegt. Und auch wenn die tatsächliche Entfernung der Protagonisten zueinander oft wächst, so wird jede dieser Geschichten zu einem Fugato über die fast naive Sehnsucht, einander (wieder) näher zu kommen.

In atmosphärisch dichter Prosa und mit einem Gespür für die Bedeutung scheinbar nichtiger Details fängt RUTH CERHA das Lebensgefühl von Menschen ein, die an einem Wendepunkt ihres Lebens angekommen sind, und behutsam schildert sie die feinen Modulationen, die sich im Moment der Veränderung vollziehen – so entsteht ein einziger Song vom Unterwegs-Sein, dem Äußeren wie dem Inneren.


Foto: Ernst Gembinsky

Freitag, 20. Februar 2010 um 19 Uhr
Cafe Raimann,
1120 Wien, Schönbrunnerstraße 285

[Ruth Cerha *1963 in Wien, Musikerin, Klavierpädagogin und freie Schriftstellerin. Der Erzählband „Der Gesang der Räder in den Schienen“ ist ihr erstes Buch. Das Zweite , der Roman „Kopf aus den Wolken“ erscheint im Herbst 2010]